23. Juli 2018

Spektakuläres Wochenende: ADAC Formel 4-Pilot Niklas Krütten schnuppert Formel-1-Luft

Es war das absolute Saisonhighlight für Niklas Krütten. Im Rahmen des Deutschen Formel-1-Laufes auf dem Hockenheimring trat der 15-Jährige mit der ADAC Formel 4 an. Gemeinsam mit seinem Team BWT Mücke Motorsport wollte der Trierer vor 165.000 Zuschauern am Wochenende überzeugen und seine Führung in der Rookie-Meisterschaft weiter ausbauen.

Bevor die Rennaction losging, wartete bereits der erste großartige Moment auf Krütten. Als einer von nur sieben Nachwuchspiloten wurde er ausgewählt, Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel persönlich kennenzulernen. Auf einen Besuch in der Ferrari-Box folgte ein gemeinsames Mittagessen, bei dem Krütten seinem Vorbild Fragen stellen konnte. Damit nicht genug. Am Nachmittag schaute Vettel noch im BWT Mücke Motorsport-Zelt vorbei, wo er selbst in der Vergangenheit sein Handwerk im Motorsport lernte. Zusätzlich bekam Krütten die Chance, mit Sergio Perez einen weiteren Formel-1-Star zu treffen. Der Mexikaner ist in der Vergangenheit ebenfalls für BWT Mücke Motorsport gefahren und schaute auf einen Plausch mit den Teammitgliedern und aktuellen Fahrern vorbei.

Motiviert von diesen einzigartigen Erlebnissen startete Krütten in das Wochenende mit zahlreichen Herausforderungen. Zum Qualifying am Samstagmorgen setzte starker Regen ein, weshalb der Trierer nicht über die Startplätze elf und 21 hinauskam. Während ihm im zweiten Lauf am Sonntag eine sensationelle Aufholjagd bis in die Top-10 gelang, wurde sein Streben nach Punkten am Samstag jäh durch einen Ausfall gestoppt. Vor seinem Heimrennen am Nürburgring (03. – 05.08.) liegt er auf Rang zwei der Rookie-Meisterschaft. Zuvor geht es für Krütten allerdings nach Italien, wo vom 27. bis 29.07. das nächste Event der Formula 4 Italian Championship in Imola stattfindet.

Drei Fragen an Niklas Krütten

Niklas, bevor wir zum eigentlichen Renngeschehen kommen. Wie war es, Sebastian Vettel kennenzulernen?
Richtig cool! Er ist ein sehr bodenständiger, freundlicher und auch lustiger Typ und hat sogar einige Witze gerissen. Er war uns gegenüber total nett und wirklich cool drauf. Im ersten Moment war ich natürlich ein bisschen aufgeregt, mein Vorbild zu treffen. Diese Nervosität hat er mir durch seine lockere und offene Art aber schnell genommen. Ich war auch begeistert, dass wir uns die Box von Ferrari ansehen durften. Oberflächlich betrachtet fahren sie Formel-Autos wie wir, beim genaueren Hinsehen erkennt man aber so viele kleine Details und Feinheiten, die wirklich beeindruckend sind. Die Leute bei Ferrari waren sehr freundlich und sympathisch und ich habe mich richtig wohlgefühlt. In solchen Momenten wird einem nochmal klar, was das Ziel im Rennsport ist!

Im Gegensatz zum ersten Rennwochenende in Hockenheim vor ein paar Wochen lief es diesmal nicht ganz rund für dich. Was war los?
Im Qualifying hat es leider zu regnen begonnen. Wir hatten zuvor ein paar Testtage und daher bin ich eigentlich entspannt an die Situation herangegangen. Trotzdem ist es mir nicht gelungen, im ersten Abschnitt das Maximum aus dem Auto und mir herauszuholen. Über die zweite Session habe ich mich noch mehr geärgert. Ich lag mit meiner Zeit auf Kurs in die Top-5, als mir ein Fehler unterlaufen ist. In der Spitzkehre stand viel Wasser und ich habe mich auf meinen Slicks verbremst. Damit war die gute Zeit dahin und ich musste von Platz 21 starten. Die Ausgangslage für die beiden Rennen war also nicht optimal.

Trotzdem ist es dir gelungen, durch deine starke Aufholjagd wichtige Punkte für die Rookie-Meisterschaft zu sammeln…
Das war auch nötig! Ich habe mir vor dem Rennen viel vorgenommen und versucht, so viele Autos wie möglich zu überholen. Ich hätte mir natürlich mehr als Rang neun erhofft, aber von Startplatz 21 aus, war es das Maximum. Wichtige Punkte habe ich leider durch meinen Ausfall am Samstag verloren. Ich kam auf einen gelben Kerb, konnte das Auto nicht mehr halten und bin von der Strecke gerutscht. Bei einem so beeindruckenden Publikum wie im Rahmen der Formel 1 hätte ich mir gewünscht, auf dem Podium zu stehen. Es war so cool, diese Menschenmassen auf den Tribünen zu sehen und zu wissen, dass auch einige Formel-1-Fahrer unsere Rennen beobachten.

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