28. April 2020

Niklas Krütten 2020 mit Team Motopark in der Euroformula

Angriff in Saison zwei: 2020 setzen Niklas Krütten und das Team Motopark ihre erfolgreiche Partnerschaft in der Euroformula fort. Der 17-Jährige fuhr bereits in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison sechs Rennen mit der Mannschaft, um sich an die Formel 3 zu gewöhnen. Nun wird der Trierer alle Rennen der Saison für den Vorjahresgewinner der Teammeisterschaft bestreiten, dessen Fahrzeuge wieder von Motoren aus dem Hause Spiess angetrieben werden.

Krütten ist eines der vielversprechendsten deutschen Talente im Formelsport. 2019 war er nach starken Leistungen in der ADAC Formel 4 zur Saisonmitte in die Euroformula aufgestiegen. Im Jahr zuvor beendete er die deutsche Formel 4 auf dem zweiten Platz in der Rookie-Wertung. Zudem war er der einzige Serien-Neuling, der einen Sieg einfuhr. Auch in der italienischen Formel 4, die er als Dritter der Rookie-Wertung abschloss, und der Formula 4 UAE, in der er einen Sieg feierte, hinterließ Krütten einen starken Eindruck.

Nachdem er 2019 beim Saisonauftakt der ADAC Formel 4 in Oschersleben ein weiteres Mal gesiegt hatte, brauchte der Trierer zur Jahresmitte nicht lange zu überlegen, als ihm Motopark-Teamchef Timo Rumpfkeil einen Wechsel in die Euroformula anbot. In der neuen Umgebung fand sich Krütten schnell zurecht und fuhr in fast allen Rennen auf Anhieb in die Punkte. Diese Leistungen überzeugten sogar den Deutschen Motor Sport Bund, ihn für die Teilnahme an den FIA Motorsport Games zu nominieren, zu welchen jedes Land nur einen Kandidaten pro Kategorie entsendete. Im Hauptrennen des Formel 4 Cups fuhr er in einem für ihn bis dato unbekannten Boliden auf den zweiten Platz und sicherte Deutschland damit die einzige Medaille der Veranstaltung.

Bereits 2018 wurde Krütten in den Kader der ADAC Stiftung Sport aufgenommen. Er überzeugte durch starke Leistungen auf der Rennstrecke und darüber hinaus, weshalb er auch in diesem Jahr wieder durch die Nachwuchsförderung des ADAC unterstützt wird. Diese Talentschmiede hat unter anderem den vierfachen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel und den DTM-Piloten Timo Glock bei ihren Anfängen im Motorsport begleitet.

Mit dem Team Motopark kann Krütten auf die Erfahrung und Unterstützung eines der international führenden Teams im Formelsport zurückgreifen, das auch eine wichtige Karrierestation für aktuelle Formel 1 Größen wie Max Verstappen oder Valtteri Bottas war. Teamchef Timo Rumpfkeil freut sich, Krütten weiter im Team zu haben: „Ich freue mich sehr, dass wir Niklas für die Saison 2020 für uns gewinnen konnten! Die Rennen in 2019 waren für Niklas ein Sprung ins kalte Wasser und er hat sich dabei hervorragend geschlagen. Der Speed war bei allen Veranstaltungen da und er hat viel lernen können, was uns in der Saison 2020 sehr helfen wird. Im Winter konnten wir das bei den Testfahrten weiter vertiefen und Niklas geht top vorbereitet in die neue Saison.“

Krüttens Manager Mark Berryman, der auch das aufstrebende Formel-1-Talent Lando Norris betreut, sieht die Euroformula und das Team Motopark als beste Lernplattform. Er freut sich darauf, die Zusammenarbeit mit Krütten in diesem Jahr fortzusetzen.

Die Euroformula Open Championship existiert seit 2014. Sie umfasst 2020 voraussichtlich neun Wochenenden, an denen jeweils zwei Rennen auf dem Programm stehen. Mit dem Circuit Paul Ricard, dem Circuit de Spa-Francorchamps, dem Hungaroring, dem Red Bull Ring, dem Autodromo Nazionale Monza und dem Circuit de Barcelona-Catalunya sind sechs aktuelle Formel-1-Kurse im Kalender. Das Teilnehmerfeld muss sich auf ein neues Fahrzeug einstellen. Es kommt ein Formel 3 Bolide vom Typ Dallara 320 zum Einsatz, der erstmals über ein Halo, wie es auch in der Königsklasse des Motorsports zum Schutz der Fahrer eingesetzt wird, sowie angepasste Crash-Strukturen an Front und Heck verfügt.

Drei Fragen an Niklas Krütten

Du hast im vergangenen Jahr die Euroformula kennengelernt und gehst nun erneut in der Meisterschaft an den Start. Was hast du bisher gelernt?

Das Formel-3-Auto ist technisch viel anspruchsvoller und bietet viel mehr Möglichkeiten, am Setup zu arbeiten als ein Formel-4-Auto. Es hat mehr Leistung und produziert viel mehr Anpressdruck, was zu deutlich höheren Kurvengeschwindigkeiten und signifikant schnelleren Rundenzeiten führt. Ich habe gelernt, genauer auf das Verhalten des Autos zu achten und intensiver mit den Ingenieuren am Setup zu arbeiten. Wir Fahrer müssen sehr präzises Feedback geben. Ich habe mich schnell auf die höheren Geschwindigkeiten und G-Kräfte eingestellt, die neben einem noch höheren Level an körperlicher und mentaler Fitness deutlich schnellere Reaktionszeiten erfordern.

In diesem Jahr gibt es in der Euroformula ein neues Auto. Wie groß war die Umstellung für dich und was sind deine Ziele für die Saison 2020?

Ich will von Anfang an vorne mit dabei sein. Mit dem neuen Auto habe ich bereits bei Testfahrten Erfahrungen gemacht. Ich habe mich auf Anhieb sehr wohlgefühlt und ein sehr gutes Gefühl für die Saison. Der Umstieg ist mir nicht schwergefallen: Der Dalara 320 reagiert schneller auf Veränderungen als der 317 und hat ein bisschen mehr Abtrieb und bremst effizienter. Wir sind etwas schneller als im letzten Jahr, aber rein fahrerisch ist es kein großer Unterschied. Es gibt zwar jetzt ein Halo wie in der Formel 1, aber auch daran habe ich mich schnell gewöhnt. Das neue Auto sieht auf jeden Fall super aus und es zu fahren, macht mächtig Spaß!

Du gehörst auch in diesem Jahr wieder dem Kader der ADAC Stiftung Sport an. Wie hast du das Kennenlernen des neuen Jahrgangs erlebt?

Im Februar hatten wir mit dem diesjährigen Kader ein viertägiges Einführungsseminar in Bad Endorf. Wir mussten verschiedene Fitness- und Mentaltests durchlaufen und haben eine gemeinsame Bergwanderung gemacht. Dazwischen gab es verschiedene Lehrgänge, bei denen es um Themen wie Ernährung oder Marketing ging. Es war eine coole Sache, die neuen Stipendiaten auch aus den anderen Motorsportdisziplinen kennenzulernen und die „alten“ bekannten wiederzusehen. Wir hatten eine super Stimmung im Team und haben auch vom Erfahrungsaustausch viel mitgenommen. Ich freue mich sehr, dass ich in diesem Jahr wieder dabei sein darf und dass mich die Stiftung bei meiner Entwicklung weiter unterstützt.

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