17. September 2018

Lichtblick Rookie-Podium: Niklas Krütten trotzt in Vallelunga schwierigen Bedingungen

Vorletztes Rennwochenende in der Formula 4 Italian Championship für Niklas Krütten und sein Team BWT Mücke Motorsport. Auf dem anspruchsvollen Autdromo Vallelunga in der Nähe der italienischen Hauptstadt Rom kämpfte der Formel-4-Rookie aus Trier fast das gesamte Wochenende mit stumpfen Waffen. Sein Bolide hatte mit dem Defektteufel zu kämpfen, was sich in fehlender Motorleistung niederschlug.

Umso beachtlicher, dass Krütten es im ersten der drei Rennen dennoch auf Platz sechs schaffte und damit sein achtes Rookie-Podium in der italienischen Formel 4 sicherstellte. In den beiden folgenden Rennen machten sich die technischen Probleme am Boliden des Deutschen stärker bemerkbar. Mit den Plätzen 15 und zwölf in den letzten beiden Läufen betrieb der BWT Mücke Motorsport-Pilot höchste Schadensbegrenzung.

Nun stehen die Vorbereitungen für den großen Saisonabschluss in der ADAC Formel 4 auf dem Plan. Vom 21. bis 23. September geht es für Krütten und sein Team auf den Hockenheimring. Gegen David Schumacher, den Sohn des ehemaligen Formel-1- und DTM-Piloten Ralf Schumacher, kämpft der BWT Mücke Motorsport-Pilot dort um die Rookie-Meisterschaft. Mit den Plätzen zwei und drei bei den ersten beiden Veranstaltungen auf dem Hockenheim hat Krütten bereits bewiesen, dass ihm die Strecke liegt.

Drei Fragen an Niklas Krütten

Niklas, wie fällt dein Fazit zum Wochenende in Vallelunga aus?
Es war ein sehr schwieriges Wochenende, hinter das ich schnell einen Haken setzen werde. Nachdem wir eine Woche zuvor in Vallelunga getestet haben, war meine Erwartungshaltung sehr hoch. Wir waren sehr schnell unterwegs. Ich war mir sicher, dass in jedem der drei Rennen Top-Platzierungen drin sein würden. Doch leider kam es anders. Der Defektteufel schlug unbarmherzig zu. Mir fehlte in der zweiten Quali-Session und in allen drei Rennen Motorleistung. Dass ich es im ersten Rennen noch auf Platz sechs und aufs Rookie-Podium geschafft habe, grenzt angesichts der technischen Probleme nahezu an ein Wunder.

Du bist in deinem ersten Jahr in der Formel 4, also sozusagen in deinem Lehrjahr. Wie gehst du mit derlei Problemen um?
Klar ist es nicht einfach, wenn man weiß, dass man im Grunde keine Chance hat, weiter nach vorne zu kommen. Aber es gehört zu einem professionellen Rennfahrer dazu, immer alles zu geben und jede Gelegenheit zu nutzen, die sich ergibt. Im ersten Rennen gab es vor mir den einen oder anderen Ausfall. Auch das gehört zum Motorsport dazu. Ich habe vom Start bis zum Rennende alles gegeben. Richtig schwierig war es, Platz sechs zu halten. Die Fahrer hinter mir haben unglaublich Druck gemacht. Ich habe mich aber nicht aus der Fassung bringen lassen. Natürlich macht es mehr Spaß, der Verfolger zu sein – sofern man nicht in Führung liegt. Aber auch Positionen verteidigen muss man können und das ist mir im ersten Rennen sehr gut gelungen.

Das große Finale in der ADAC Formel 4 steht vor der Tür. Wie stehen die Chancen, den Rookie-Titel zu holen?
Klar, 20 Punkte Rückstand auf David Schumacher sind eine Menge Holz. Aber gleichzeitig habe ich nichts zu verlieren. Ich werde wie immer mein Bestes geben – mehr kann ich nicht machen. Ich bin mental sehr stark und weiß, dass ich es schaffen kann. Mit dem, was ich in meinem ersten Jahr erreicht habe, bin ich sehr glücklich und meinem Team sehr dankbar. Ich hoffe, ich kann BWT Mücke Motorsport und den vielen Fans an der Strecke auf dem Hockenheimring ein Stück zurückgeben.

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